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Label: Eastwest
von Ralph Buchbender
Schon die ersten Takte machen klar: Die Platte bringt Böcke! Nicht nur bei den eingefleischten, mittlerweile eventuell sogar grau beschläften Anhängern von The Cult, die die letzten sieben Jahre Schonkost lutschen mussten. Eigentlich sogar noch länger, denn das letzte selbstbetitelte Cult-Album aus dem Jahre 1994 war in den Augen der Diehard-Fans schon nicht der Super-Burner. Ganz penible Fans setzen daher das 91er 'Ceremony'-Album an den Anfang der Wartezeit. Ganz zu schweigen von den supermegagigakritischen Fans, die nur 'Electric' und 'Sonic Temple' gelten lassen. Nicht ganz fair, denn wirklich schlecht war 'The Cult' auch nicht. Überhaupt. Ich bin mal so dreist zu behaupten, dass The Cult ein wirklich schlechtes Album nicht mal dann zustande bringen würden, wenn sie es ernsthaft versuchen würden. Und um die Dreistheit auf die Spitze zu treiben: Ich halte 'Beyond Good And Evil' für eines der besten Rockalben der letzten zehn Jahre. Ja, so bin ich. Und wisst ihr auch warum? In meiner aufdringlichen Art erzähle ich es euch: 1. Weil es in keiner anderen Band einen Sänger wie Ian Astbury gibt. 2. Weil Billy Duffy eine Rockgitarre schrammelt, die geschickt alle Klischees umkurvt und trotzdem eindeutig Hardrock ist. 3. Weil es keine andere Band auf der Welt gibt, in der ehrliche Arbeit und Spiritualität so homogen zusammenspielen. 4. Weil The Cult es schaffen, ein im Grunde unzeitgemäßes Musikgenre zeitgemäß zu präsentieren. 5. Weil die letzten Takte halten, was die ersten versprochen haben. Was nur die wenigsten Platten können. 6. Weil sich hier Musiker versammeln, die sich ihrer Verantwortung dem Bandnamen gegenüber voll bewußt gewesen sind. Keiner, weder Duffy noch Astbury, hätten es nötig gehabt, ein Cult-Album zu fabrizieren. Dass sie es gemacht haben, lag daran, dass sie beim Versuch gemerkt haben, dass das Produkt es wert ist, geschaffen zu werden. Nicht, weil man es verkaufen kann, sondern weil man hier auch nach sieben Jahren einen Schritt nach vorne gehen kann. Und wer einen Meilenstein wie 'Sonic Temple' kreierte, weiß genau, welches schwere Erbe er antritt. Wenn er es dennoch tut, muss mehr als nur der Mut zum Risiko belohnt werden. 7. Weil The Cult ein Album geschaffen haben, dass einen spüren lässte, wie sehr man diese Band vermisst hat. Hier hat nicht irgendwer nach ein paar Jahren wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben, sondern hier hat jemand nach vielen Jahren wieder ein Zeichen gesetzt! Und 8. Weil die Platte einfach geil ist! Gut, das ist nicht wirklich ein Argument, aber das Statement eines Kritikers, der seit Tagen Dutzende von Platten ignoriert, die er eigentlich hören müsste, weil er lieber 'Beyond Good And Evil' hört. Und wer riskiert für eine blöde Platte schon, einen echt geilen Job zu verlieren? Eben.
Highlights:
War (The Process)
My Bridges Burn
Tracks:
War (The Process)
The Saint
Rise
Take The Power
Breathe
Nico
American Gothic
Ashes And Ghosts
Shape The Sky
Spedd Of Light
True Believers
My Bridges Burn
Discography:
1984 Dreamtime
1985 Love
1987 Electric
1989 Sonic Temple
1991 Ceremony
1994 The Cult
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