|
Label: Koch Entertainment
von Stefan Orth
Einen deutlichen Schritt in Richtung Pop machen Stabbing Westward mit ihrem aktuellen selbstbetitelten Werk. War der Vorgänger 'Darkest Days' noch geprägt von depressiv-selbstzerstörerischer Leidenschaft im Industrialgewand, werden auf ihrem mittlerweile vierten Output deutlich gemäßigtere Töne angeschlagen, ohne dass die charakteristische Hymnenhaftigkeit in den Refrains, schon immer ein Markenzeichen der Band, verloren geht. Die Grundstimmung ist weiterhin ziemlich melancholisch, die Texte handeln einmal mehr von den Irrungen und Wirrungen zwischenmenschlicher Beziehungen und von Selbstzweifeln, doch wurde diesmal in Zusammenarbeit mit Suede-Produzent Ed Buller auf meterdicke Soundwälle verzichtet, um die Songideen in den Vordergrund zu stellen.
Sehr bewegend ist die Erinnerung an vergangene Liebschaften in 'I Remember', gekonnt wird hier kontinuierlich Spannung aufgebaut, obwohl der gesamte Song auf einer einzigen einfachen Akkordfolge basiert. Auch in dem eindringlichen 'The Only Thing' zeigen sich die Herren um den mit einer sehr markanten Stimme ausgestatteten Christoper Hall als sehr versierte, gereifte Songwriter. In 'Happy' überraschen bluesige Gitarren-Interludes, abgefahrene Effektgitarren- oder Synthie-Sounds werden wie in 'Television' immer dezent und geschmackvoll eingesetzt. Sehr empfehlenswerte Platte, die trotz ihrer Eingängigkeit nie ins Seichte oder Belanglose abdriftet.
Highlights:
I Remember
The Only Thing
Happy
Mehr zu Stabbing Westward
Weitere CD-Kritiken bei Yahoo! Musik...
|