Tom Liwa


Tom Liwa
Evolution Blues
Normal/Indigo

Tom Liwa - Evolution Blues

28.05.2001

Label: Normal/Indigo

von Norbert Sonderfeld

Natürlich kein Blues, Tom Liwa bleibt seinem textverliebten Songwriter-Rock treu. Wieder gibt es Texte, die weit ab von jedem Klischee die Innenwelt des Herrn Liwa beleuchten. Das ist zwar konsequent depressiv, aber zieht trotzdem nicht runter. Das Ganze wird auf einen akustischen Hintergrund gestellt, während die erdrückende Textfülle auf minimale Melodien treffen. Das ist gut so, denn da lenkt die Musik nicht ab. Auch wenn dann im 'Psalm' unverhofft ein gelooptes Schlagzeug auftaucht, wird es so dezent eingesetzt, dass vom Zuhörer musikalisch nicht zu viel verlangt wird. Klar, dieser Mann badet in seinen Gefühlen, aber hinter der Verletzlichkeit schaut immer eine innere Stärke hervor. Könnte es sein, das an Tom Liwa ein Chansonnier verloren gegangen ist? Ein Mann, der Lieder mit Titeln wie 'Konfuzius und der Wolf',' In der kleinen Tartarei' oder 'Halbtot und hässlich' schreibt, kann einfach kein schlechter Mensch sein. Und mit 'Die Augen der Mutter sind überall' schafft er noch eine Art Kurzgeschichte mit Beats. Nach dieser CD brauche ich unbedingt etwas Anspruchsloses, sonst platzt mein Hirn.


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