Zimmers Hole


Zimmers Hole
When You Were Shouting At The Devil …
Century Media

Zimmers Hole - When You Were Shouting At The Devil …

01.05.2008

Erscheinungsdatum: 14.03.2008
Label: Century Media

von Alexander Diehl

Der Geist von Devin Townsend schwebt über Zimmers Hole. Jetzt, da der Kanadier sich erst einmal zurückgezogen hat, ist die Zeit für seine Erben gekommen. Klar, wer diesbezüglich Vorrecht hat: Drei Strapping-Young-Lad-Musiker sind auf dem vollständig "When You Were Shouting At The Devil ... We Were In League With Satan" getauften Rundumschlag mit von der Partie, entsprechend haben sie einen Teil des ausgeflippteren Townsend-Denkapparates für sich beschlagnahmt.

Wer die Grundlagen der Heavy-Metal-Geschichte draufhat, begreift die Anspielung des Titels sofort: Mötley Crüe haben einst den Teufel angeschrieen, Venom dagegen waren durchaus einer Meinung mit dem Gehörnten. Nicht glitzernd, sondern böse sind Zimmers Hole. Und Metal durch und durch. Ihre Gemeinsamkeit mit Townsend, der übrigens für die Gesangsproduktion verantwortlich zeichnet: Parodie und Affirmation leisten sich einen atemberaubenden Wettlauf.

Zimmers Hole bedienen sich bei SYL und Power Metal, bei Judas Priest und Bay-Area-Thrash. Zwischendrin gibt es unappetitliche Geräusche, die einen leider auf die dumme Idee bringen, sich die Texte durchzulesen. Kann über Titel wie "Hair Doesn't Grow On Steel" und Zeilen wie "We need new heroes, not Vince Neil!" noch geschmunzelt werden, so ist beispielsweise "Fista Corpse" einfach nur abstoßend.

Ursprünglich war dieses Projekt schlicht eine "Möglichkeit, das Wochenende zu verbringen". Und ehrlich, dieses dritte Album ist gleichzeitig das erste, mit dem aus einem Heidenspaß plötzlich Ernst werden könnte. Aber Zimmers Hole werden das schon hinbekommen. Auch wenn sie lernen sollten, dass sich eine Gürtellinie nicht nur zur Anbringung von Patronen und Nieten eignet, sondern auch was mit Geschmacksgrenzen zu tun hat.

Mehr zu Zimmers Hole

Weitere CD-Kritiken bei Yahoo! Musik...