Manic Street Preachers


Manic Street Preachers
Know Your Enemy
Epic

Manic Street Preachers - Know Your Enemy

28.03.2001

Label: Epic

von Andre Kollo

'Der Song 'The Everlasting' von unserem letzten Album, war der größte Fehler, den wie je gemacht haben', ließ Straßenprediger Nicky Wire im Vorfeld zu 'Know Your Enemy' verlauten. Zu glatt, zu produziert und zu flach sei der komplette Longplayer gewesen. Mit den 17 (incl. Hidden-track) neuen Songs, läuft die Band dagegen kaum Gefahr, diesen Fehler zu wiederholen. Direkt der Opener 'Found That Soul' befördert die Manics vorwärts in die Vergangenheit. Leidenschaft, Glamour und Sehnsucht treffen wieder auf schroffe Riffs und große Melodiebögen. 'The Holy Bible' lässt grüßen. Szenenwechsel. 'Ocean Spray', Song Nummer Zwei, präsentiert das Trio von seiner melancholisch-akustischen Seite. Ein Ohrwurm, der bereits ahnen lässt, dass es keinen roten Faden im weiteren Verlauf geben wird. Jeder Titel spricht für sich und scheint jeweils aus einer anderen Epoche der Gruppe zu stammen. Texter Nicky Wire hat sich wieder der Amerikanisierung der westlichen Welt und deren Folgen zugewandt. Keine Lovesongs, keine Schnulzen und kein wehleidiges Gejammere. Dem Vorboten des Albums ('So Why So Sad') steht hierbei eine Schlüsselfunktion zu. Im klassischen Phil Spector-Sound zelebrieren die Drei einen großen bösen Popsong.

Weniger zugänglich gestaltet sich die zweite Hälfte von 'Know Your Enemy'. Oftmals ließ man die Aufnahmen scheinbar im Urzustand, so dass viele Songs fast Democharakter haben. 'Know Your Enemy' darf mit absoluter Sicherheit zu den wichtigsten Rockplatten des Jahres gezählt werden, beweist sie doch, dass der Weg einer Band, nach dem kommerziellen Durchbruch, nicht in die Einbahnstraße der Langeweile führen muß.
Eine Ausnahmeplatte.

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