Stephen Malkmus


Stephen Malkmus
Stephen Malkmus
Domino/Virgin

Stephen Malkmus - Stephen Malkmus

21.03.2001

Label: Domino/Virgin

von Stefan Orth

Nach sieben Pavement-Alben in den 90ern beglückt uns deren Sänger und Songwriter Stephen Malkmus nun mit seinem ersten Soloalbum. Er läßt sich jetzt von einer Band namens The Jicks begleiten, schreibt aber immer noch sämtliche Songs selbst. Deutlich ist deshalb noch der Pavement-Charme in den zwölf neuen Tracks erkennbar. Malkmus' Trademarks sind allgegenwärtig: Einfallsreiche Gitarrenlinien, die gelegentlich auch nur die Gesangsmelodie doppeln, der etwas quengelige Gesang, unerwartete Breaks und jede Menge Schrägheit, die trotz der ziemlich glatten Produktion dafür sorgen, daß der Indie-Flair erhalten bleibt und das Ganze nie zu eingängig wird.
Die immer leicht augenzwinkernde Tongue-in-cheek-Ironie der Songs wird besonders in 'Phantasies' deutlich, denn hier wird musikalisch sommerlich gute Laune erzeugt, während der Text vom Eisfischen in Alaska erzählt. Bei den Lyrics genauer hinzuhören lohnt sich auch bei der College-Love-Story, die in 'Jenny & The Ess-Dog' erzählt wird.
Gelegentlich fühlt man sich sowohl gesanglich als auch von der musikalischen Verrücktheit angenehm an Beck zu 'Mutations'-Zeiten erinnert, etwa in dem herrlichen Slide-Gitarren-Stück 'Trojan Curfew'.
Diese Platte, deren ursprünglich geplanter Titel 'Swedish Reggae' glücklicherweise im letzten Moment verworfen wurde, ist weder Neuanfang noch 180-Grad-Wendung, klingt aber einfach frischer und entspannter als die letzten Pavement-Werke. Malkmus erzeugt eine sehr positive Grundstimmung, der man sich als Hörer kaum entziehen kann.


Highlights:
Trojan Curfew
Deado
Church On White

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