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Label: Speicherstadt/Warner
von Stefan Orth
"Bliss, Please" ist das dritte Werk und Major-Debüt der Band um den umtriebigen Kurt Ebelhäuser (u.a. Scumbucket), deren hervorragendes Vorgängeralbum "Science Fiction" schon einen veritablen Underground-Erfolg verzeichnen konnte. Das Cover ziert ein kitschiges rosa Torten-Dekor, das auf den nächsten Bildern von einem hässlichen Fliegenschwarm belagert wird, ähnlich auch die Musik: Zuckersüße Pop Passagen werden unverhofft von bösen Noise-Attacken abgelöst.
Das Album beeindruckt durch seine ungewöhnlichen, aber trotzdem eingängigen Melodien zwischen Noiserock, Psychedelic und stiller Melancholie, die erst bei mehrmaligem Hören ihren kompletten Charme entfalten. Gerade bei den melancholischeren Songs wissen die Herren aus Koblenz zu glänzen, denn spätestens wenn man den Refrain von "Ken I Die" einfach nicht mehr los wird, weiß man, dass man es mit einer ganz besonderen Platte zu tun hat.
Das vorwiegend auf akustischen Instrumenten gespielte "A Reptile For The Saint" verspricht bessere Zeiten und überrascht zuletzt mit einem "Karma Police"-mäßigen Piano Outro, die ebenso relaxte Vorabsingle "Same Sane" dürfte einigen schon aus einschlägigen Clubs bekannt sein.
Eine ausgezeichnete Platte, es sieht tatsächlich so aus, als müssten The Notwist den Wanderpokal der "interessantesten Alternative-Band mit internationalem Niveau" aus diesem Lande nun nach langen Jahren an Blackmail abtreten...
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