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Label: Virgin
von Ralph Buchbender
Neulich in Solingen: Ein Konzert, wie es schon Tausende gab. Eine unbekannte Band spielt in einer maßgeblich von Ignoranten bewohnten Stadt vor einem kleinen, aber begeisterungsfähigen Publikum. Nach dem Gig wird gesoffen. Mit der Band, die plötzlich auch am Tresen steht. Der Backstage-Kasten sei leer, einen Neuen gebe es nicht und deshalb müsse man jetzt hier weitersaufen. Es wird diskutiert. Über Musik im besonderen und die Welt im allgemeinen. Schön war's. Ein netter Abend, wie man in nur in solchen Clubs erlebt.
Jahre später: Ein Vorab-Album flattert ins Haus von einer Band namens Slut. Die kenne ich. Haben die nicht damals in Solingen? Ja, sie haben. Und wieder wird's schön. Die Stimme kommt einem sofort wieder vertraut vor, der Gitarrensound auch. Geschmeidig, immer auf der Suche nach der eigenen Melancholie im Kopf. Wie damals beim Gig. Das war der Grund, warum ich die Musik damals gar nicht beschreiben konnte. Sie entführt. Bringt einen weg vom Ort und lässt Bilder entstehen. Erst nach dem letzten Ton wacht man auf und merkt, dass man immer noch auf demselben Planeten wohnt. Radiohead machen so was. Oder haben sowas gemacht als sie noch vor rund 500 Leuten spielten. Placebo. Muse. Coldplay. Travis. Sie alle vielleicht. Aber Slut ganz sicher. Also wieso nach England? Slut kommen aus Bayern. Mit Gitarrenpop, der jede Angorakatze kratzig anfühlen lässt. In Deutschland geht eben was. Der letzte Ton. Jetzt bin ich wieder bei euch.
Highlights:
Das ganze Album
Verwandte Klänge:
Radiohhead, Coldplay, Muse, Travis, Placebo
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