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Label: Kitty-Yo
von Andre Kollo
Drei Jahre sind seit dem Debüt-Album 'Zwischen Den Orten' vergangen, drei Jahre in denen aus der Hamburger Newcomer-Band das 'Kollektiv' Kante geworden ist. Aus den skizzenhaften Entwürfen sind auf 'Zweilicht' nun sieben, in sich geschlossene 'Werke' geworden, die um Eigenständigkeit nicht nur bemüht sind, sondern in ihrer Bandbreite Platz genug finden, die wichtigsten Eckpfeiler der eigenen Popkultur gekonnt zu zitieren.
Der ersten Single-Auskopplung 'Die Summe Der Einzelnen Teile' mag man vielleicht eine Nähe zur Hamburger Schule nahe legen. Das bleibt auf 'Zweilicht' allerdings die Ausnahme, zumindest wenn man davon ausgeht, dass das Album sich einer Regel unterordnet. Melancholisch begrüßt einen der Opener 'Im Ersten Licht', der mit seinen perlender Akustik-Gitarren und Klavierlinien gleich für die ersten Aha-Effekte sorgt. Folkpop für den gehobenen Geschmack. Einzig Peter Thiessens Stimme, lässt hier teilweise böse Erinnerungen an Teestuben-Liedermacher wie Klaus Hoffmann aufkommen. 'Best Of Both Worlds' entwickelt sich zum epischen Meisterwerk, das vergleichbar mit den letzten Jazz- und Elektronik-Experimenten auf Notwists 'Shrink' ist. 'Life On The Electric Avenue' stellt dann die direkte Verbindung zu Blumfelds 'Old Nobody' her, bei denen auch Teile von Kante mit von der Partie waren. Textlich sucht man hier die Nähe von Nils Frevert, der es wie kein Zweiter bisher verstanden hat, deutsche Texte auf dem Niveau eines frühen Dylans zu vertonen. Und auch musikalisch geht es hier in Richtung Dylan. Die Hammond-Orgel tönt, als käme sie direkt aus den 60er Jahren. Der Titelsong als ruhige, von elektronischen Teppichen geprägte Nummer, könnte auch die Verbeugung vor frühen Kraftwerk-Arbeiten sein. Der Einsatz eines Kammerorchesters sorgt für einen gelungenem Gegenpol zum oft akustischen Bandsound.
Mit 'Zweilicht' haben sich Kante als eine der richtungsweisenden Bands des Landes etabliert. Nicht nur durch die Schaffung eines neuen Stils, sondern durch den virtuosen Gebrauch von Versatzstücken und Zitaten. Das Ergebnis ist eine einzigartige und gleichzeitig zeitgemäße Produktion.
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