Johnny Cash


Johnny Cash
Solitary Man
Columbia

Johnny Cash - Solitary Man

15.01.2001

Label: Columbia

von Norbert Sonderfeld

Typischer Fall von Altersstarrsinn: Johnny Cash weigert sich standhaft, auch nur eine schwache Scheibe zu veröffentlichen. Im Gegenteil, je älter er wird, desto besser, wahrer und intensiver wird er. Die Songs kreisen um die Themen, die ihn immer schon beschäftigt haben: Tod, Einsamkeit und Gott. Neben vier eigenen Kompositionen interpretiert er hier u.a. Songs von Tom Petty, Nick Cave, Will Oldham, David Allen Coe. Und der Country wird immer weiter zurückgelassen zugunsten eines Songwriter-Folks, der sich nur noch auf Johnny Cash's Stimme konzentriert. Nahezu sparsam arrangiert kann man sich der Faszination dieser Stimme nicht mehr entziehen. Sind viele Sänger auch heute depressiv, Cash schlägt sie locker. Und dieser Mann hat auch alles schon durchgemacht. Todkrank hat er hier den dritten Teil seiner amerikanischen Trilogie vollendet. Und ich kann sagen, um die USA zu verstehen, braucht man diese drei essentielle Alben. Ich bin jetzt schon überzeugt, dass das hier ein historisches Album ist, das auch in hundert Jahren noch zu den wichtigsten der Musikgeschichte gezählt werden wird.

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