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Label: Wichita/Clearspot
von Andre Kollo
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich hier die Männer aus der zweiten Reihe zusammengeschlossen hätten. Die Liste der britischen Hoffnungsträger, die sich hinter Brave Captain verbergen, ist klangvoll. Allen voran findet sich hier natürlich Martin Carr, der seit dem Split der Boo Radleys 1999, bei denen er schon damals für das Songwriting verantwortlich war, unter Brave Captain formiert und mit "Go With Yourself" nun seinen ersten Longplayer vorlegt.
Als Produzent stand ihm Gorwel Owen zur Seite, der die ebenfalls stark verehrten Super Furry Animals mit einem aussergewöhnlichen Klangmantel versorgte. Last but not least sei noch Dick Green genannt, der ehemalige Mitbegründer von Creation, dem Label, das mit My Bloody Valentine, Ride und Oasis die Gitarrenmusik der letzten zwei Jahrzehnte massgeblich prägte, und der Brave Captain unter Vertrag nahm.
Beste Vorraussetzung also für neue musikalische Grosstaten. Tatsächlich verwaltet Brave Captain mit "Go With Yourself" das Erbe der Boo Radleys würdevoll. Verzichtet wurde auf allzu überschwengliche Popsongs, geblieben ist die Vorliebe für flächige Soundcollagen, vermischt mit traditionellem Songwriting, das eine Nähe zu Beach Boy Brian Wilson aufweist. Hier wird nicht auf kurze aha-Effekte gesetzt, sondern auf Einheit und Form des Ganzen geachtet. "Keine Lügen und keine Singleauskopplungen" lautete dann auch die Parole des Captains. Butterweiche Gitarren, Klavier und Glockenspiel verschmelzen mit Carrs Gesangsharmonien zu einer stimmungsvollen Einheit. Selten ist eine britische Produktion von seiner Wirkung so nahe an das Jahrhundertalbum "Pet Sounds" gekommen. Atmosphärische Songs, die nicht von dieser Welt zu kommen scheinen.
Grossartige Unterhaltung für den gehobenen Geschmack.
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