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Label: Epic
von Norbert Sonderfeld
Es lebe der Pathos. Aber im Gegensatz zu vielen meiner schreibenden Kollegen kann ich das hier genießen. Klar, jedes Wort, jede Note hat eine gewaltige Bedeutung, aber so konsequent durchgezogen hat das etwas. Joachim Witt hatte ja immer schon eigenwilliges Profil, das er auch in den erfolglosen Jahren immer weiter verfeinert hat. Somit ist "Bayreuth Zwei" auch die Fortsetzung des "Goldenen Reiters", in die heutige Zeit versetzt und genauso widersprüchlich und unverständlich wie damals. Witt ist kein Vertreter der Spaßgeneration, war er auch nie. Er war immer mit einem Bein im Wahnsinn. Aber das hat weder Anfang der Achtziger noch heute jemand bemerkt.
Wir bekommen hier wieder übernatürlich schöne Melodien geboten, Witt hat seine eigentlich recht hohe Stimme jetzt auch im Melodiebereich nach unten geschraubt. Hier wird gesungen, nicht bedeutungsvoll geredet. Und Begegnungen mit dem Pathos sind bei dem Albumtitel mit Sicherheit gewollt. Diese CD ist nicht ganz so hart wie "Bayreuth Eins", harmonischer, aber immer noch meilenweit von jeglicher Beliebigkeit entfernt. Wie gesagt, hier kommen Pathos und "schwere" Bedeutung knüppeldick, aber in ihrer Konsequenz faszinierend. Ein neues Album von Witt ist immer eine spannende Sache.
DocRock
(DocRock)
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