PJ Harvey

PJ Harvey - Stories From The City, Stories From The Sea

25.10.2000

Label: Island/Universal

von Stefan Orth

Auf ihrem nunmehr sechsten Longplayer präsentiert sich Polly Jean Harvey optimistischer und positiver als auf den Vorgängeralben, was allerdings noch lange nicht bedeutet, daß wir es hier mit einem fröhlichen Album zu tun haben. Auffällig ist die durchgehend minimalistische, einfache Instrumentierung, deren songorientierte, schnörkellose Monotonie dem gewohnt eindrucksvollen Gesang Raum zur Entfaltung gibt.

Die behandelten Themen sind dem Harvey-Fan vertraut, jedoch fallen die erzählten Geschichten und Gefühlsmalereien deutlich gemäßigter, weniger düster aus, als auf früheren Alben: Liebe ist nicht verzweifelt, sondern nur leidenschaftlich und erotisch ("This Is Love"), melancholisches, aber hoffnungsvolles Heimweh ersetzt Ausbruchsgedanken ("A Place Called Home"), und die Nacht ist nicht bedrohlich, sondern romantisch und angenehm ("You Said Something"). "Take Life As It Comes" ersetzt "Tomorrow Might Never Come". All dies spricht für eine deutlich ausgeglichenere, positivere Gemütsverfassung der Songschreiberin als auf den Vorgängeralben, wenn auch düstere Themen nicht völlig fehlen.

Besonders gelungen ist auch das zum Heulen schöne Liebeslied "This Mess We're In", in dem Thom Yorke von Radiohead als Duopartner glänzt. Alles in allem eine sehr hörenswerte Platte, auch wenn nicht die verstörende morbide Intensität des 95er-Meilensteins "To Bring You My Love" erreicht wird.


DocRock

Highlights:
This Mess We're In
We Float
You Said Something
Horses In My Dreams (DocRock)

Mehr zu PJ Harvey

Weitere CD-Kritiken bei Yahoo! Musik...