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Label: EMI
von Dirk-Michael Mitter
Nation, spalte dich – in Hasser und Anbeter. Der Schwabenfünfer hat wieder zugeschlagen. Mit einem zweischneidigen Album, das auf den Namen "Mittendrin" hört. Während den Einen das Herz vor Begeisterung hüpft, können die Anderen nicht verstehen, wie man freiwillig Pur hören kann. Ist ein Songtitel wie "Einzug der Gladiolen" ein cleveres Wortspiel oder wieder nur Hartmut Englers Hang zu übertriebener Metaphorik?
Betrachten wir die Sache mal etwas nüchtern: Produktions- und spieltechnisch kann man der Band Nix vorwerfen; es hat mich sogar ziemlich erstaunt, dass Roland Prent (Alternative Allstars, Guano Apes) für Mix und Mastering verantwortlich ist. Bleibt man bei den Fakten, muss man, eventuell zähneknirschend, zugeben, dass man einen Song wie "Herzbeben" auch erstmal schreiben muss. Eingängiger, sehr flüssiger Deutsch-Pop. Und wer will bestreiten, dass Pur POPular-Music, also Klänge für das gemeine Volk, produzieren? Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Tausende Kfz-Mechaniker oder Friseusen dem Lebenspartner glücklich lächelnd "Bei dir sein" vorspielen, um Hartmut Engler das singen zu lassen, was man selbst nicht sagen kann.
Manchmal sind die neuen Songs gnadenlos peinlich – wie der Party-Gassenhauer "Tausendundeine Nacht" oder "Supermann", aber auf der anderen Seite wirkt die Band auch entspannter als auf den letzten Alben. Neben der ersten Single hinterlässt "Engel zu Staub" und "Schneckenfreund" einen bleibenden und beileibe keinen schlechten Eindruck.
Ansonsten verfolgen die Fünf ihren eingeschlagenen Pfad und trällern ihre oft theatralischen Lieder, von denen man immer meint, sie schon mal gehört zu haben. Es ist halt –nüchtern betrachtet- Geschmackssache.
DocRock
(DocRock)
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