Bad Livers

Bad Livers - Blood & Mood

06.09.2000

Label: Sugar Hill / Fenn

von Norbert Sonderfeld

Was macht eine ehemalige Bluegrass-Band, wenn sie durch welche Umstände auch immer zu viele Drogen und Horrortrips durchgezogen hat? Vermutlich solche Musik wie die Bad Livers.

Man merkt irgendwo im Hintergrund noch die Herkunft der Band, aber hier treffen Banjos auf Heavy Metal Gitarren, Loops auf Maultrommel und manischer Gesang auf unerwartete Samples und aggressiven Krach. Dieses ist eine harte Scheibe, die nur laut zu ertragen ist, selbst wenn mal ein Gang runter geschaltet wird. Der Titel „Blood & Mood“ hat seine Berechtigung.

Einige Verfechter des amerikanischen Rootsrock werden grosse Augen machen, denn hier wird gezeigt, was möglich ist. Das hier ist Avantgarde, Musik, die auch in zehn Jahren noch genauso durchgeknallt wirken wird wie jetzt. Vergleiche fallen mir keine ein. Hier wird ohne Rücksicht auf Verluste, aber mit viel Spass experimentiert. Und man scheut auch keine schrägen Töne. Stellt euch eventuell Calexico mit einer Überdosis Drogen oder Wilco in äusserst schräg vor, das zeigt zumindest die Richtung an.

DocRock

(DocRock)

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