Robbie Williams

Robbie Williams - Sing When You´re Winning

29.08.2000

Label: Chrysalis/EMI

von Benno Limberg

Robbie Williams ist ein Selbstdarsteller par excellence. Schamlos möchte man fast sagen angesichts des Albumbooklets und des Videos zu „Rock DJ“, der ersten Singleauskopplung. Aber was soll´s, er hat es sich verdient. Nach dem Ende von Take That hatte ihn wohl kaum einer auf der Rechnung, doch er hat es allen gezeigt. Zwei Solo-Alben später war Williams laut Umfragen in England bekannter als Jesus, wurde als jüngster Vertreter unter die Top Ten der besten Musiker des 20. Jahrhunderts gewählt und war schon als neuer James Bond im Gespräch. Viele sind an derart überwältigender Popularität gescheitert. Nicht so Robbie. Aus dem abtrünnigen Boygroupmitglied und rebellischem Junkie ist ein ernst zu nehmender Songwriter geworden. In Zusammenarbeit mit Guy Chambers, der nach Robbies Aussagen mindestens eben so sehr Robbie ist wie er selbst, schreibt der Mittzwanziger scheinbar mühelos prägnante Rocksongs und unvergessliche Balladen. So auch auf seinem neuesten, dritten Album, auf dem er sich äußerst vielseitig präsentiert. Mal klingt Williams mehr nach aufgemotzte Beatles, als Oasis es jemals zustande gebracht haben („Let Love Be Your Energy“), mal adaptiert er spielfreudig Gloria Gaynors „I Will Survive“ und macht daraus einen lupenreinen Williams-Song à la „Millennium“, nur um sich anschließend die reizende Kylie Minogue ins Studio zu holen und mit ihr das krachende Duett „Kids“ ein zu singen. Aber wie schon auf den beiden Vorgängern, sind auch dieses Mal die Balladen (u.a. „Better Man“, „If It´s Hurting You“) die wahren Highlights des Albums. Well done.

DocRock

(DocRock)

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