|
Label: Shifty Disco
von Blue Pan
Zwei Jahre hat das Trio Unbelievable Truth auf die Veröffentlichung des vorliegenden Albums warten lassen, dabei hatten sie mit ihrem Debüt "Almost Here" einen beachtlichen Einstand. Doch wie heisst es so schön, was lange währt...
Sie präsentieren erneut vielschichtige Songwriter-Kunst, abwechslungsreich und äusserst eigen. Selten wird man eine Band finden, die auf ähnliche Weise Diverses miteinander in Beziehung setzt. Zu akustischer Gitarre gibt es Lieder mit spartanischer Trommel-Kolorierung, die nie nach Schema F daherkommen. Äusserst befremdlich und trotzdem gelungen werden dabei die Keyboards mit dem fast folkigen Grundgerüst verknüpft. Wenn man irgendwann denkt, geschnallt zu haben, nach welchem musikalischen Rezept operiert wird, überrascht plötzlich der Einsatz eines ungewöhnlichen Basses oder einer brachialen Heavy-Gitarre, die man nun gar nicht mehr vermutet hätte. Zwei, drei Takte Cembali auf dem einen Song, äusserst intelligente Klavier-Soli, die plötzlich auftauchen, um wieder zu verschwinden und dann diese fetten Streicherarrangements im zweiten Teil, die aber so aufgenommen sind, als seien sie dünner als Pferdesaiten und Tierhautbespannung: Es fällt schwer, dieses Trio musikalisch festzunageln.
Dass die Songs allesamt prägnant und zugänglich bleiben, liegt einerseits daran, dass intelligent komponiert wurde, andererseits an Andy Yorke (Bruder von Thom Yorke, seines Zeichens Kopf von Radiohead), der mit seinem sehr persönlichen Gesang alles zusammenhält. Seine Stimme ist recht zerbrechlich, merkwürdig dünn und gleichzeitig aussagestark. Zumeist wirkt sie melancholisch und erschöpft, aber dann schwingt sie sich plötzlich in emotionalen Ausbrüchen in atemberaubende Höhen.
Wer auf anspruchsvolle Songs zum Zuhören steht, die fein gesponnen sind, dem ist Sorrythankyou zu empfehlen. Es ist eines der Alben, die auch nach mehrmaligem Hören immer wieder Neues erschliessen.
DocRock
(DocRock)
Mehr zu Unbelievable Truth
Weitere CD-Kritiken bei Yahoo! Musik...
|