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Label: bluNoise
von Blue Pan
Dröhnen, in Dissonanzen rührend, ultra-düster, Messer treibt sich gnadenlos in Seelenwunde, tragischer Überlebens-und Auflösungswille auf der Schneide zum neurasthenischen Exitus, staubtrockene Metallsaiten, die Wärme einer Akustikgitarre, überraschende Raumechos und Breitseiten von Soundstukas, verschrobene Lakonie, Zärtlichkeit und Wut, Intelligenz, Drogenrausch, Wortwitz und schier grenzenlose musikalische Begabung: Nick Drake, 1969 bis 1974, drei Platten, tot durch dauerhafte Überdosierung von Anti-Depressiva, konnte bei den letzten Aufnahmen die Gitarre nicht mehr halten, während er sang, Overdubs mal ausnahmsweise, steht auf dem Altar von Michael Stipe, Robert Smith, Morrissey, Tom Verlaine, Paul Weller, Kate Bush, Nicki Sudden.
Das in Troisdorf aufgenommene Album enthält 15 Cover-Versionen eines der verehrtesten Unbekannten der Rockgeschichte, der es rigoros ablehnte, Plattenfirmen, Veranstaltern und Publikumserwartungen auch nur ein Millimeter entgegenzukommen.
Alle Beiträge sind lobenswert, nicht nur der von Miles. Besonders Ulme, Pendikel, die Sandycoates und der Avantgarde-Ozean-Maker Mumble&Peg haben beachtlich eigenständige Versionen von Nick Drake-Songs eingespielt und sind dabei nah an der Absicht des Originals geblieben.
Der Tribute gerät trotz aller Einfälle und der Fülle der Interpreten als Gesamtkunstwerk, das hoffentlich Interesse weckt, einen der grossen Meister und Opfer brennender Intensitätssucht näher kennenzulernen. Am Schluss schreitet Ludes Trauermarsch-Version von "Way To Blue" aus kammermusikalischen Klängen und magisch/hypnotischen Soundbrocken, über denen eine wunderschöne Feenstimme aus dem Jenseits schwebt, direkt in die Seele und leuchtet unseren Schmerz aus.
DocRock
(DocRock)
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