Knorkator

Knorkator - Tribute tu uns selbst

23.08.2000

Label: Mercury Records

Die drei Meister der künstlerisch anspruchsvollen Geschmacklosigkeit haben wieder zugeschlagen. Was das Inlet ziert, darüber schweige ich mich lieber aus. Gehen wir direkt zur Musik, ohne all zu sehr bei den Texten und der Wortwahl zu verweilen. Ihre Mischung aus Metal, Mittelalter-Tribes und Sounds, Tranceelementen und Ennuchen-Singsang ist einzigartig. Auf höchstem Niveau wird musiziert über die tiefsten Abgründe des Menschen.

Nach herrlichem Mrs Asia-TripHop-Singsang von Gastfrau Yupin Saengsuwan, schlägt das Brutalo-Metal Axtbeil auf uns ein, so trocken wie ein Holzfäller, der weiss, was getan werden muss, basta. Russische Chöre singen über `Roussisches Roulett´ und `rettesichverkanalisation´. Verzückte Chorknaben steigen musikalisch nieder auf den Altar. Zu Synthi-Blubbern gibt ein verlassener Faulpelz die zu spät kommende Liebeserklärung "wer bringt den Müll zur Tür, wer, wenn nicht du?" Eine hymnische Aufforderung zum Mord, parodistisch überspitzt, durfte nicht fehlen.

Weinerliche Wehklager und chronisch Unzufriedene werden ad absurdum geführt. Wir hören danach einen Spiesser mit Fascho-Stimme eine Hasstirade auf die Unbedarftheit der Jugend jaulen. Stück Nummer zehn "Ich lass mich klonen" erklärt Onanie für out und propagiert superherben Sex mit sich selbst, denn Klonen macht´s dann möglich. Superkrank nur ist der Song "Weg Nach Unten", in dem ein lichthassender Gruftie seine Psyche auskotzt und dabei wie ein Minnesänger tut. Nach ultrahartem Fäkaliensex-Track enden Knorkator zu superpoetischen Lyrics mit einem exstatischen Ausraster.

Love it or leave it! Doch über Musik und Anspruch bleibt auch auf "Tribute tu uns selbst" nicht der geringste Zweifel offen.
*****
(J.F.)

DocRock

(DocRock)

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