Der Wolf

Der Wolf - Was soll ich sagen

09.08.2000

Label: Virgin

Seine Political Correctness ist ok, die dazugehörige Musik selten so unverschämt zusammengeklaut, schnöde zusammengetragen, und dann noch cool vorgetragen. Tausendmal geistreicher als man es nun mittlerweile gewohnt ist. Und das Allerbeste: Das neue Album wird Hundert Prozent überall gespielt; im Cafe, im Jugendzentrum, in der Discothek, auf der Geburtstagsfete und so weiter.
Die Themen sind vorweggenommen und jetzt überlegt mal, worüber man sich noch unterhalten kann. Der Wolf hat auf diesem Gebiet fast schon alles gesagt. Wahrscheinlich wird bald Adorno zitiert und auseinandergenommen, zerrupft und interpretiert.

Die Musik besteht aus absoluten Stimmungsmache-Breaks, saftigen Bassläufen, Frauengesängen im Discostile der 70er. Mit Track 11, "König Der Woche", gelingt es ihm doch tatsächlich, die absolute Tanzmucke mit herrlich gut gelaunten Chorsängerinnen herzustellen, wie es sich manch einer immer erträumte, aber nicht traute........ doch Hape Kerkerling.

Der Schmuselauf eines Lovesongs mit "Ich fühle mich..." auf zwölfter Stelle erinnert an "Kuschelrock", wie wir es aus Mutter's Plattenschrank kennen. Dann am Ende das zärtliche Lied des Abschieds, kein Wunder, denn das ist das Stück, in dem er alle grüßt, die er kennt: Bob Marley, James Brown, Beastie Boys, naja, halt all die alten Kumpels. Das Schaf im Wolfspelz. Im Sinne das Schafe unterschätzt werden.

Die Platte lehnt sich an den neuen Trend, die alte Schule des HipHops nicht weiter auf dem verstaubten Dachboden vergammeln zu lassen, sondern runter in die gute Stube des neuen Jahrtausends zu ziehen, um ihr ein neues kraftvolles Leben einzuhauchen.
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(Y.C./DocRock)

DocRock

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