Rok

Rok - Defender

09.08.2000

Label: Müller Records

En Garde! DJ Rok vom Berliner Tresor, Techno-Ritter der ersten Stunde, entsteigt dem kultigen Tanzkeller mit diversen 12"-Wurfpfeilen. Verteidigung gegen die Tod-Erklärung seitens der Medien und der allgemeinen Trendy-Opinion. Die 12 Tracks, allesamt selten, bieten reinen Techno, puristisch in der Machart und erstmal unauffällig. Die Einfälle und das Können sind untergründig eingearbeitet. Mit effekthascherischen Klangjokern wird gespart. Auch keine sich auftürmenden Ekstase-Mittel werden sonderlich ausgespielt.

Nach entkrampftem Opener gibt's eine Dosis Beat-Hypnose. "Emma Peel", enstanden zusammen mit Jonzon, bittet klanglich aufdringlicher und geleckterer zum Tanzen, bis kein Schweiss mehr fliessen kann. Von der Tanzfläche weg fegt "Sharks!" alles Nicht-Mobile und Track Take 5 "Discraft Ultrastar" öffnet mit raffinierten Griffeln unsichtbare Schubfächer, die Tontiefe öffnen, more sophisticated, yeah!

Nach Schwarzweisstasten-Hämmern einer Dunstfilter auslüftenden SF-Polka, setzt Rok einen Schuh auf Dancefloor und gewährt viereinhalb Minuten später mit einem Neue Deutsche Techno Welle-Dröhner dem menschlichen Stimmband der Marke xx-Chromosomen einen Existenzplatz. An die "High Menergy"-Housefete in einer Taurin-Fabrik anknüpfend, sagt der Kapitän der "Commodore" nicht nein dazu, Mr. & Mrs. Melody mit an Bord zu nehmen für einen himmlichen Flug durch die monochrom werdende Abenddämmerung. Doch im Geiste von Disneyland wird sich am Ende die Grundierung aufhellen. Mit wärmeren Farben stopft "Luna Park" Unkenrufern das Mäulchen.
*****

(J.F./DocRock)

DocRock

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