The Jazz Mandolin Project

The Jazz Mandolin Project - Xenoblast

28.06.2000

Label: Blue Note/EMI

Zum dritten Mal hat Jamie Masefield seine kleine Mandoline in die Hand genommen und sich mit seinem JMP Projekt aufgemacht, die Welt des Jazz zu überraschen. Überraschen deshalb, weil es erstaunlich ist, wie gross das Ausdrucksspektrum seines Spiels ist. Begleitet von Chris Dahlgren am Bass und Ari Hoenig an den Drums bewegt er sich in unterschiedlichen Stilen souverän.

"Jovan", eine Ballade mit viel Flair, beweist dass eine Mandoline überaus zart klingen kann. Vom frisch swingenden "Double Agent" über die Folk -Modern Jazz Symbiose eines "Shaker Hill" und dem skurilen Rock-Panoptikum auf "Hang Ten" (ein Duell mit Phish-Gitarrist Trey Anastasio als Special Guest): das Spektrum ist gross. "The Milliken Way" startet seine verschmitzten Zupfgesänge zu einem gestrichen Bass, geht dann aber über in eine hypnotisch groovende Session und einem sich langsam steigernden Finale. Grasse Stimmungswechsel mit fast gespenstischen Solo-Improvisationen bietet der wilde Opener "Xenoplast". Auf "Spiders" neckt und lockt die Mandoline in ein filigranes Netz aus Perkussion-Sounds. Als Highlight kann "Igor" gelten, eine expressive Hommage an Strawinsky: Das Trio erzeugt einen kubistischen Klangraum mit immer neuen Einfällen. Zackige Läufe schnellen aus dem Nichts und bleiben abrupt in der Luft stehen. Bass und Schlagzeug treiben unerbittlich weiter.

Die Mischung aus originellem Arrangement, Witz, Modernität im Klang und unbändige Spielfreude machen diese Veröffentlichung zu einem Genuss.




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