The Turpentines

The Turpentines - By Popular Demand

07.06.2000

Label: White Jazz Rec./SPV

Zeitgeist hin, Zeitgeist her, auch Rock´n´Roll verdient sein Gnadenbrot. Zwar macht es etwas wehmütig, wenn alte Zeiten heraufbeschworen werden und man im Kenzo-Hemd und vor seinem Laptop darüber nachsinniert, ob man nicht mal gerne wieder so richtig unbedarft und ausgeklinkt sein inneres Outsidertum feiern möchte. Doch ist das noch lange kein Grund dezidierten Garagenrock als `Anachronismus´ hinwegzufegen.

The Turpentines kommen aus Schweden und sind klar, eindeutig und überzeugend. Die Songs sind knapp und wie dahingerotzt. Die eher amateurhafte Gesamtproduktion verleiht einen punkigen Charm, und der Sänger Karlsson erinnert in seinen besten Momenten tatsächlich an einen,ich geb ´s ja zu, eher besänftigten Jello Biafra. Er ziieht so schön heulend die Silben in die Länge, man nehme hierfür als Exempel `What a way to burn´ und `The girl from Baltimore´. Vieles kommt so rüber, als sei er vor den Aufnahmen gerade mal aufgestanden, in versüfften Klamotten, die er 3 Tage nonstop anhat und einem spartanischen Frühstück bestehend aus ein paar Zigaretten.

Da die Band offensichtlich nicht gerade Gigantisches erstrebt, sondern sich im Understatement wohlfühlt, wird hier mit offenen Karten gespielt. Ob man das Blatt nehmen möchte, ist eine Frage der eigenen Absichten.
(J.F./DocRock Show)


DocRock

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