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Label: Eastwest
Beim ersten Hören von „Mad Season“ mag man enttäuscht sein, da dem Zweitling von Matchbox Twenty eindeutig die Rotzigkeit des Debuts fehlt. Aber irgendwie läßt einem das Album keine Ruhe, immer wieder will es gehört werden und mit jedem Mal entfaltet es sich dem Ohr und der Seele des Hörers mehr, um sich schließlich als Meisterwerk zu entpuppen.
Noch immer sind Matchbox Twenty eindeutig dem Genre der Rockmusik zugetan, was kraftvolle Songs wie „Crutch“ und die euphorische Single „Bent“ beweisen, aber diesmal wurden auch Elemente des Soul und Funk mit eingebunden. So bietet „Black And White People“ einen treibenden Bläsersatz, dezent, aber mit Schmackes. Und auch bei der Ballade „If You’re Gone“, wo andere mit Sicherheit rührselige Geigen verwendet hätten, setzt das Quintett lieber auf einfühlsames Blech. Streicher gibt es dennoch zu hören, sie dienen aber eher zur Akzentuierung der Atmosphäre („Leave“, „Rest Stop“), denn zur Stimmungsmache. Mit „Last Beautiful Girl“ ist Matchbox Twenty ein leichtfüßiges Liebeslied gelungen, nicht zuletzt durch den Einsatz von Percussions. „Stop“ verbreitet beunruhigend düstere Stimmung mit sirenenartigem Frauengesang, unterbrochen von ruhigem Klavierspiel.
Absolutes Highlight ist der epische Abschlußtrack „You Won’t Be Mine“, ein unglaublich ruhiger Song, der an Portishead erinnert. Streicher schweben und entfalten Weite, Piano plätschert und über allem thronen Thomas‘ ausgeglichene Vocals.
Generell beeindruckt auf „Mad Season“ vor allem Frontmann Rob durch seine vokale Leistung, selbstbewußt gibt er seinen Gefühlen Ausdruck. Thomas kann beunruhigend zerbrechlich hauchen („Leave“), wehmütig-zerrissen („Bed Of Lies“) oder gewohnt rockig („Crutch“) klingen, ohne jemals die kantige und kraftvolle Unverwechselbarkeit seiner Stimme zu verlieren. An dieser ist eindeutig gearbeitet worden und das Resultat ist unüberhörbar.
Alles in allem scheinen sich Matchbox Twenty durch den Erfolg ihres Erstlings "Yourself Or Someone Like You" keinesfalls unter Druck gesetzt zu haben. Vielmehr ließen sie sich Raum für Entwicklung und musikalisches Erwachsenwerden. Und „Mad Season“ ist ihr Reifezeugnis.
(W.J. / DocRock Show)
DocRock
Highlights:
"If You're Gone"
"Bent"
"Bed Of Lies"
"You Won't Be Mine"
Verwandte Klänge:
Oleander
Creed
Counting Crows
Tonic
Tracks:
1. Angry
2. Black And White People
3. Crutch
4. Last Beautiful Girl
5. If You're Gone
6. Mad Season
7. Rest Stop
8. The Burn
9. Bent
10. Bed Of Lies
11. Leave
12. Stop
13. You Won't Be Mine
Discography:
1996 Yourself Or Someone Like You
2000 Mad Season
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