Neil Young

Neil Young - Silver and Gold

17.05.2000

Label: WEA

Auch wenn man die CD-Hülle vorher nicht gesehen hat, ist einem bereits bei den ersten Akkorden klar, dass es sich hier nur um Neil Young handeln kann. Kein anderer bläst die Mundharmonika so wie der Altmeister des hochwertigen Folks. Vom ersten Lied an gibt er die positive Grundstimmung des Albums vor. Denn "Silver and Gold" ist das wohl fröhlichste Album Youngs. Die bekannten melancholischen Untertöne fehlen fast gänzlich, lediglich bei "Distant Camera" und "Razor Love" gesteht er sich ein wenig Wehmut zu.

"Silver And Gold" brauchte 3 Jahre um so zu entstehen, wie es jetzt ist. 1997 wollte Neil bereits alles unter Dach und Fach bringen und zwar ganz allein und akustisch, mit billigen, kleinen Instrumenten, wie der Meister sich selber ausdrückt. Aus dieser Phase stammt "Without Rings". 1998 entschied er sich dann doch zur Zusammenarbeit mit Ben Keith, Jim Keltner, Oscar Butterworth, Donald Duck’Dunn und Spooner Oldham, wobei die anderen Tracks entstanden. Wenig später kam Young die Reunion von Crosby, Stills, Nash And Young dazwischen und änderte die Pläne wieder ein wenig. Songs, die eigentlich auf "Silver and Gold" erscheinen sollten, wurden kurzer Hand CSN and Y zur Verfügung gestellt und dadurch das Material des Solo-Albums nochmal gesichtet. Übrig blieben 8 brandneue Stücke und zwei Klassiker aus dem Jahre 1982, "Buffalo Springfield Again", das fröhlichste aller Lieder, und "Razor Love".

Insgesamt ist "Silver and Gold" ein in Instrumentalisierung und Aufmachung sehr dezent gehaltenes Werk. Im Booklet findet man die Songtexte in Neil Youngs Handschrift. Nicht allzu leicht zu entziffern, aber dafür umso authentischer. Und wie anders als mit authentisch könnte man Neil Youngs Werk besser beschreiben?

Besonders schön gelungen ist die fast schon poppige Ballade "Horseshoe Man", die mit zarten Pianotönen versetzt ist.
Good to hear you again, Neil.
(W.J./DocRock Show)



DocRock

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