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Label: Mercury
Paul Weller bleibt auch im neuen Jahrtausend seiner Vorstellung von perfekter Pop-Musik treu. Und diese beinhaltet einen guten Schuss Soul der frühen Stax- und Motown-Phase, eine Prise britischen Rhythm'n'Blues der Marke Small Faces und nicht zu vergessen ein Songwriting, dass sich an einem Nick Drake messen lassen muss.
Ein erster Blick auf das neue Front- und Backcover verrät dann auch noch die ewige Vorliebe für das Blue Note Jazzlabel und Wellers früheren Helden The Who, deren "Quick Ones"-Layout auf der Rückseite von "Heliocentric" Tribut gezollt wird.
Dies alles sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Weller mit seinem neuen Longplayer wieder zu einer Hochform aufläuft, die man beim Vorgänger "Heavy Soul" über weite Strecken vermisst hat. Die neuen Songs, im Kern meist sparsam akustisch, wurden nach Fertigstellung der Grundtracks mit allerhand schmückendem Streicher-Beiwerk ausgerüstet, und Produzent Brendan Lynch zeigt sich wiedermals als wertvoller Gehilfe, der sich weiterhin für die fast surrealen Aspekte im Sound verantwortlich zeigt.
Weller hat sich inzwischen vollständig von öffentlichen Themen abgewandt. Das Sprachrohr einer Generation will und wird er nie wieder sein. Sein Blick ist nach innen gewandt und doch scheint es mächtig gebrodelt zu haben. Wenn Weller sich häufig an eine imaginäre dritte Person in seinen Songs wendet, scheint dies eher ein Zwiegespräch mit sich selbst zu sein. Die bittersten textlichen Pillen werden zumeist mit unwiederstehlichen Melodien dargeboten, oder wie bei "There's No Drinking, After You're Dead" einfach mit einem offensichtlichen Selbstzitat aus vergangenen Jam-Tagen.
"Heliocentric" ist Wellers "What's Going On" und sein gleichzeitiges stärkstes Solo-Album bis heute. Eine Platte die einiges an Geduld verlangt und so gar nicht zur Zeit zu passen scheint. Aber wer hätte das auch erwartet?
DocRock
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